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Digitale Produkte entwickeln für digitale Geschäftsmodelle mit Beispiel Thermomix

Wie entwickelt man digitale Produkte für digitale Geschäftsmodelle? Unternehmen stehen heute unter einem hohen Innovationsdruck. Das digitale Zeitalter bringt viele neue Herausforderungen mit sich. Wer auch morgen noch gewinnbringend wirtschaften will, muss sich den vielfältigen digitalen Aufgaben stellen. Haben Sie schon digitale Produkt-Innovationen für Ihr Portfolio gestaltet?

Neues zu entwickeln und zum Erfolg zu führen ist im digitalen Zeitalter nicht einfacher geworden. Studien zeigen, wie viele teure Flops die diversen Innovationsversuche von deutschen Unternehmen mit sich bringen. Bleiben Sie dennoch nicht stehen. Seien Sie innovativ und lassen Sie sich demonstrieren, wie Sie Ihre Ideen zum Erfolg führen. Denn die unternehmerische Zukunft ist digital. Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, wie digitale Produkt Innovationen gelingen können.

Wie entwickeln Unternehmen digitale Produkt-Innovationen?

Das Ziel digitaler Produktenwicklungen beziehungsweise Produktweiterentwicklungen besteht im Erreichen eines nachhaltigen Marktwertes. Produkte sollen so optimiert werden, dass auch innerhalb der neuen Märkte ein Wachstum realistisch wird. Es geht also darum, Innovationen zu schaffen, entweder durch Neuentwicklungen oder durch die Verbesserung von Bestehendem. Digitale Produkte sollten kunden-relevante Probleme lösen. Deshalb braucht man Customer Buyer Persona.

Auch eine Erweiterung des Portfolios, beispielsweise durch die Schaffung zusätzlicher Varianten, gehört in den Themenkreis der Produktentwicklung. Der Mathematiker Harry Igor Ansoff nennt die Produktentwicklung in seinem Produkt-Markt-Expansionsraster als eine von vier Möglichkeiten zur Erschließung von Wachstumsquellen.

Digitale Produkt Innovationen am Beispiel Thermomix

Digitale Produkt Innovationen sind nicht auf die digitale Version eines analogen Produkts zu reduzieren. Natürlich ist das eBook eine Weiterentwicklung des papiernen Buches für die elektronische Welt. Eine echte Produkt Innovation erschöpft sich aber nicht in der Überführung ins Digitale. Um Wachstumschancen in neuen Märkten zu generieren, braucht es mehr. Viel mehr.

Von Innovationen erwartet der Markt im digitalen Zeitalter Problemlösungen. Was hat die Zielgruppe für ein Problem, wie kann das Produkt es lösen? Des Weiteren geht es um spezifische Bedürfnisse, die genau mit diesem neuen Produkt erfüllt werden können. Solche sachlichen Kriterien brauchen dann die emotionale Aufladung mit Erlebnissen, welche über rein technologische Werte weit hinausgehen.

Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

Das Beispiel Thermomix zeigt anschaulich, wie digitale Produkt Innovationen zum Erfolg gelangen. Jeder moderne Mensch kennt dieses Gerät, im Bereich der Social Media ist es so gut wie allgegenwärtig. Emotionen und Erlebnisse rund um den Thermomix werden unter der Nutzerschaft großflächig geteilt. Was sich in der Community abspielt, kann man als geniales Lock-In-System bezeichnen.

Zum Erfolg von Thermomix tragen mehrere Aspekte bei

1 Der Gruppengedanke: Der Thermomix ist nicht einfach ein Küchengerät, dass man für sich alleine in den heimischen vier Wänden benutzt. Mit dem Erwerb dieses besonderen Geräts wird man automatisch zum Teil einer Community. Kochen wird damit zum gemeinschaftlichen Erlebnis.

2 Die Rezeptdatenbank: Von hier aus kann jeder User sich kostenpflichtige Rezepte direkt auf seinen Thermomix downloaden. Mit dem ‚Guided Cooking‘ werden auch anspruchsvolle Gerichte zum reinsten Kinderspiel. Das hat dem Anbieter Millionen von Abonnenten eingebracht.

3 Die Live-Kochshows: Vor allem in Corona-Zeiten ein Erfolgsformat. Und ein Paradebeispiel für breit gefächerte Mediennutzung rund um eine gelungene digitale Produkt Innovation.

Mit diesem erfolgreichen System hebt sich der Thermomix von seiner Konkurrenz ab, indem der Nutzer ins Zentrum des Interesses gestellt wird. Dort fühlt sich selbstverständlich jeder Kunde wohl. 

Wie gelingt der Innovationsprozess?

Das Geheimnis des Erfolgs einer digitalen Produkt Innovation liegt im ganzheitlichen Verständnis.

  1. Problemlösung anbieten: Die Kunst erfolgreicher Innovationen liegt zunächst darin, ein Problem zu identifizieren, dessen machbare Lösung für die Zielgruppe einen echten Mehrwert darstellt. Auf der Basis eines tragfähigen Geschäftsmodell, das Problem und Produkt aus mehreren Perspektiven analysiert hat, wird dann die Problemlösung erarbeitet.
  1. Strategie entwickeln: Zur Erarbeitung der Problemlösung braucht es eine durchdachte Strategie. An erster Stelle steht das detaillierte Verständnis des Problems. Darauf folgen das Produktdesign und schließlich die Umsetzung in die Praxis. Den Innovationsprozess begleiten ständige Überprüfungen und Optimierungen.
  2. Den richtigen Weg einschlagen: Verspricht eine komplette Neuentwicklung die beste Lösung für das Problem? Oder wäre es erfolgversprechender, ein bestehendes Produkt weiterzuentwickeln? Hier weist eine Kosten-Nutzen-Analyse den Weg.

Nicht nur Funktionen zählen, auch das Design

Produkt Innovationen müssen den hohen technologischen Ansprüchen der digitalen Welt genügen. Aber High Tech Funktionalität allein reicht für den wirtschaftlichen Erfolg längst nicht aus. Produktdesign spielt nachweislich eine große Rolle bei den Kaufentscheidungen moderner Zeitgenossen. Die McKinsey Studie ‚The Business Value of Design‘ hat das bereits im Jahr 2018 gezeigt. Demnach erzielen Unternehmen, die sich maßgeblich am Design ihrer Produkte orientieren, schnelleres Wachstum und höhere Umsätze als andere, die diesen Faktor vernachlässigen.

Als anschauliches Praxisbeispiel für den Zusammenhang von Umsatzsteigerung und Designfokus kann hier wiederum der Thermomix dienen. Die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Kochgeräts geht mit mehreren Designpreisen einher, unter anderem der Reddot Award im Jahr 2018 und der German Design Award 2020.

Jede zweite Produkt Markteinführung scheitert

Das Beispiel Thermomix zeigt eindrücklich, wie vielversprechend die digitale Innovation neuer Produkte sein kann. Klappt es allerdings nicht mit der Erfolgsgeschichte, wird es für das Unternehmen meist teuer. Denn mit einem Flop werden da schon mal Millionen an Investitionskosten in den Sand gesetzt. Dass solche Misserfolgsgeschichten gar nicht so selten vorkommen, beweist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum. Die Studie ‚FuE-Management: Mehr aus knappen Innovationsressourcen machen‘ des Instituts für angewandte Innovationsforschung hat bereits im Jahr 2017 gezeigt, dass nur jedes zweite Industrie-Neuprodukt eine Erfolgsgeschichte erzählt.

Als Gründe für das häufige Scheitern nennen die Forscher falsch verstandene Kundenorientierung, zu viele nicht wertschöpfende Tätigkeiten und allgemeine Produktivitätsprobleme. Auch der menschliche Faktor scheint eine erhebliche Rolle zu spielen. In 77 Prozent der befragten Betriebe wurden überlastete Schlüsselpersonen als maßgeblicher Engpassfaktor identifiziert. Die Wissenschaftler haben aufgrund ihrer Ergebnisse drei Lösungswege erarbeitet mit einem modularen Konzept.

  1. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess soll alle Beteiligten einbinden, damit das Team optimal aus Fehlern lernen und von Erfolgen profitieren kann.
  2. Effizienzsteigerung darf nicht die alleinige Priorität sein, viel mehr sollen langfristige Ziele an erster Stelle stehen.
  3. Anzustreben ist das Schaffen von Werten ohne Verschwendung. Dieses Ziel kann jedoch der Forschermeinung zufolge nur dann erreicht werden, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen, inklusive der Führungsebene.

Rapid Prototyping minimiert das Risiko zum Scheitern

Eine Erfolgsgarantie gibt es natürlich auch bei digitalen Produkt Innovationen nie, so vielversprechend diese auch sein mögen. Damit Unternehmen aber nicht ganz ohne Netz und doppelten Boden digitales Neuland betreten müssen, gibt es die Methode Rapid Prototyping. Dabei geht es um eine möglichst frühzeitige Möglichkeit, Neues im Modell erproben zu können. Man will bereits in der Planungsphase Fehler und Schwächen einer Innovation ausmachen und bewerten, gegebenenfalls ausmerzen.

Im Bereich Rapid Prototyping haben sich viele verschiedene Verfahren entwickelt, die auf unterschiedlichste Bereiche angewandt werden können. Einige Beispiele dazu:

  • Space Puzzle Molding: Prototypen werden in Null- oder Kleinserien im Kunststoffspritzgussverfahren hergestellt.
  • Laminated Object Manufacturing: Ein Werkstück wird Schicht für Schicht aus Papier als Prototyp aufgebaut.
  • Contour Crafting: Eine Gebäudedrucktechnologie aus dem Baubereich.
  • 3D Drucker: Damit können für viele Bereiche dreidimensionale Prototypen auf der Basis von CAD-Daten hergestellt werden. Das 3D-Printing-Verfahren erstellt schichtweise ein erstes Modell des in der Entwicklung befindlichen Produktes.

Fazit: Wenn Sie Ihr Unternehmen erfolgreich ins digitale Zeitalter führen wollen, dann dürfen Sie jetzt nicht stehen bleiben. Ohne Innovationen wird keine Firma den Umbruch überstehen. Am Beispiel Thermomix sieht man, wie explosiv innovative Produkte boomen können. Eine unternehmerische Chance, die auch Risiken in sich birgt. Umschiffen Sie die Klippen der digitalen Herausforderung und entwickeln Sie kreative Innovationen auf der Basis einer handfesten Strategie. Dann steht Ihnen der Ozean des neuen Marktes für progressive Erfolge offen.



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